{"id":255,"date":"2020-05-28T23:19:24","date_gmt":"2020-05-28T21:19:24","guid":{"rendered":"http:\/\/kirche-eldingen.de\/?p=255"},"modified":"2021-02-07T17:40:19","modified_gmt":"2021-02-07T16:40:19","slug":"predigt-sonntag-exaudi-24-mai-2020-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kirche-eldingen.de\/?p=255","title":{"rendered":"Predigt, Sonntag Exaudi, 24. Mai 2020"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Predigt von Pastor Norbert Schwarz<br>Sonntag Exaudi, 24. Mai 2020<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"http:\/\/kirche-eldingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/2020-05-24-Predgit-zu-R\u00f6m-8-f\u00fcr-Exaudi_N.Schwarz.mp3\"><\/audio><figcaption>Audiopredigt zu R\u00f6m 8,26-30 am Sonntag Exaudi, 24. Mai 2020 von<br>Pastor Norbert Schwarz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"http:\/\/kirche-eldingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/2020-05-24-Predigt-R\u00f6m8-Exaudi-f\u00fcr-zuhause_N.Schwarz.pdf\">Auch als PDF<\/a><a href=\"http:\/\/kirche-eldingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/2020-05-24-Predigt-R\u00f6m8-Exaudi-f\u00fcr-zuhause_N.Schwarz.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Wochenspruch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Christus spricht: Wenn ich erh\u00f6ht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen (Joh 12,32).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Predigttext R\u00f6m 8,26-30 Hoffnung f\u00fcr die Sch\u00f6pfung und Gewissheit des Heils<br><br><\/strong><em>26 In unserer Schwachheit richtet uns der Geist auf. Denn wir wissen oft nicht, worum wir bitten sollen oder finden nicht die richtigen Worte. Der Geist selbst aber tritt f\u00fcr uns ein mitten in unserem unaussprechlichen Seufzen. 27 Gott kennt unsere Herzensanliegen und wei\u00df, was sein Geist in unserem Innern ihm sagen will. So, wie es angemessen ist, tritt der Geist f\u00fcr diejenigen ein, die Gott als sein Eigentum ausgesondert hat. 28 Was auch geschieht \u2013 wir wissen: Denen, die Gott lieben und die durch seinen Entschluss berufen sind, m\u00fcssen alle Dinge zum Besten dienen. 29 Alle, die Gott im Voraus ausgew\u00e4hlt hat, die hat er auch dazu bestimmt, seinem Sohn gleich zu werden. Nach dessen Bild sollen sie gestaltet werden, damit er der Erstgeborene unter vielen Geschwistern ist. 30 Die er aber bestimmt hat seinem Sohn gleich zu werden, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gesprochen; die er aber gerecht gesprochen hat, die hat er auch verherrlicht.<br><\/em><strong><br>Predigt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas mag Gott dazu bewegt haben, uns Menschen zu schaffen?\u201c \u2013 habe ich mal Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gefragt. Im Religionsunterricht. Zum Einstieg in das Thema \u201eSch\u00f6pfung\u201c. Zun\u00e4chst erntete ich verwunderte Blicke. Dann lie\u00dfen sich einige darauf ein. \u201eVielleicht war\u2019s Gott langweilig. Er wollte etwas schaffen, was au\u00dferhalb von ihm ist und schauen, was daraus wird\u201c \u2013 war eine Vermutung. \u201eGott brauchte jemanden, der sich um die Welt k\u00fcmmert. Einen Verwalter, der ihn vertritt,\u201c sagte jemand anderes. \u201eGott wollte jemanden neben sich haben, damit er nicht allein ist,\u201c wieder ein anderer.<br>Im weiteren Verlauf wurde klar: Das Nachdenken \u00fcber Gottes Sch\u00f6pfung braucht keine leere Spekulation bleiben. Es kann etwas mit mir selbst zu tun bekommen. Damit, wie ich mich sehe. Sp\u00e4testens wenn ich frage: \u201eWozu hat Gott <em>mich<\/em> geschaffen?\u201c, hat das Konsequenzen f\u00fcr mein Leben. Je nachdem, wie die Antwort ausf\u00e4llt: Bin ich nur ein Zufallsprodukt? Aus Langeweile heraus entstanden? Oder hat Gott etwas Besonderes mit mir vor? Bin ich ihm wichtig? Oder bin ich ihm gleichg\u00fcltig? Sein Partner? Oder nur sein Werkzeug, mit dem er seine eignen Zwecke verfolgt?<br>In der Geschichte der Religion wurde diese Frage ganz unterschiedlich beantwortet. Antworten h\u00e4ngen damit zusammen, was Menschen erlebt und erlitten haben: Habe ich in meinem Leben Geborgenheit und W\u00e4rme empfangen? Oder bin ich von anderen f\u00fcr ihre Zwecke benutzt worden? Habe ich gelernt zu vertrauen? Oder haben Verletzungen mich misstrauisch gemacht? \u2013 Lebenserfahrungen f\u00e4rben ab auf das Bild, das wir von Gott haben. Deswegen sind die Antworten so unterschiedlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWozu hat Gott mich geschaffen?\u201c \u2013 Diese Frage dr\u00e4ngt sich auch in der r\u00f6mischen Gemeinde auf. Die Christen in Rom m\u00fcssen unterschiedliche Erfahrungen zusammenbringen. In der Taufe haben sie die befreiende Kraft des Geistes empfangen. In ihrem Alltag erfahren sie Leid und Sinnlosigkeit. Sie sind eingekeilt zwischen \u00c4ngsten, ersch\u00f6pft, oft zu m\u00fcde zum Beten. Vom r\u00f6mischen Staat werden sie verfolgt. Sie haben einen Glauben, den sie im Gottesdienst bekennen, aber sie wissen nicht, wie sie den im Alltag leben k\u00f6nnen.<br>Mit diesem Widerspruch sind sie nicht allein. Er begleitet die Christenheit durch ihre Geschichte.&nbsp; Zusammen mit anderen f\u00e4llt es leicht in das Bekenntnis zu Gott einzustimmen. Drau\u00dfen, im Alltag ist das oft anders. Da bin ich allein.&nbsp; Da bin ich oft ratlos. Mir fehlt die Kraft, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Und wenn es doch einmal gelingt, werde ich im n\u00e4chsten Moment wieder abgelenkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWozu hat Gott mich geschaffen?\u201c \u2013 Paulus antwortet darauf gradlinig. In wenigen Federstrichen. So schnell und zielsicher, dass es einem schwer f\u00e4llt ihm zu folgen: Ihr seid von Gott erw\u00e4hlt, nach seinem Ebenbild gestaltet, berufen, gerecht gesprochen und verherrlicht. Dazu hat er Euch geschaffen. Einen jeden. Das gilt von Eurer Taufe her.\u201c<br>Wie ein findiger Jurist zeichnet Paulus flink ein gewaltiges Panorama. Er greift zu bedeutungsschweren Begriffe. Angef\u00fcllt mit Theologie. Mir f\u00e4llt es schwer, mich auf Anhieb darin zu verorten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Vielleicht hilft es, sich das Ausma\u00df dieses Bildes klar zu machen. \u201eErw\u00e4hlt, zum Ebenbild geschaffen, gerecht gesprochen und verherrlicht\u201c \u2013 In einem einzigen Satz zieht Paulus eine gro\u00dfe Linie. Von der Sch\u00f6pfung bis zum j\u00fcngsten Tag. Er spannt einen gro\u00dfen Horizont auf. Dieses Bild sprengt den Rahmen des Allt\u00e4glichen. Gro\u00dfe Teile davon liegen au\u00dferhalb von dem Blickwinkel, den ich auf mein Leben habe. Kann dieser gro\u00dfe Wurf mir helfen, mein Leben hier und jetzt zu bew\u00e4ltigen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Dienstag vor einigen Wochen. Am sp\u00e4ten Abend. Markus Lanz moderiert im ZDF die x-te Talkrunde zur Corona-Krise. Im Studio ein Ministerpr\u00e4sident, ein Virologe sowie die Schriftstellerin Thea Dorn. Zun\u00e4chst dreht sich das Gespr\u00e4ch um Schutzmasken, um neueste Studien zu Covid-19 und um Prognosen, wie man der Pandemie Herr werden kann. Schlie\u00dflich kommt der Moderator auf einen Text zu sprechen, den Thea Dorn geschrieben hat. \u00dcber die Einsamkeit der Sterbenden in dieser Zeit. Das Gespr\u00e4ch nimmt eine unvermutete Wendung. Fragen kommen auf den Tisch, die im \u00fcblichen Talkshowbetrieb aus dem Rahmen fallen. Woraus k\u00f6nnen Menschen Trost sch\u00f6pfen, zumal die Sterbenden und ihre Angeh\u00f6rigen? Thea Dorn bekennt, sie sei kein gl\u00e4ubiger Mensch. Aber dann erz\u00e4hlt sie, wie sie in Hamburg auf dem Weg zum Studio an einer Kirche vorbeigekommen sei. Drau\u00dfen hing ein gro\u00dfes Transparent mit einem Zitat aus einem Paulusbrief. \u201eDer kl\u00fcgste Satz, den ich heute geh\u00f6rt habe,\u201c bekennt sie. \u201eIch h\u00e4tte nicht gedacht, dass ich mal in einem Fernsehstudio sitzen und sagen werde: Der kl\u00fcgste Satz, den ich heute geh\u00f6rt habe, war ein Bibelzitat von Paulus! Und zwar stand da drauf: \u201aGott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.\u2018 Der Satz hat mich umgehauen. Ich habe den Eindruck, wir lassen uns im Augenblick massiv vom Geist der Furcht leiten und nicht vom Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit,\u201c bekennt die Schriftstellerin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><em>\u201eDie Gott dazu bestimmt hat, seinem Sohn gleich zu werden, die hat er auch berufen; der er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gesprochen, die er aber gerecht gesprochen hat, die hat er auch verherrlicht.\u201c<\/em> \u2013 Diese Schlussfolgerung ist von dem gleichen Kaliber wie jenes Zitat, das Thea Dorn auf dem Transparent gelesen hat. Wer es mit Gott zu tun bekommt, dessen Blick geht \u00fcber den Alltagshorizont hinaus.<br>\u201eWozu hat Gott mich geschaffen?\u201c \u2013 Die Antwort darauf liegt au\u00dferhalb des Rahmens, in dem wir uns gew\u00f6hnlich bewegen. Viel zu selten lassen wir dazu verleiten, unseren Bildausschnitt zu verschieben. Dann w\u00fcrden wir sehen: Wir kommen nicht aus dem Nichts. Und wir gehen nicht ins Leere. Wir kommen von Gott her und wir gehen auf ihn zu. Er hat uns dazu bestimmt sein Partner, sein Ebenbild, in Christus seine Geschwister zu sein.<br>Es kommt darauf an, das ganze Bild zu sehen. Wer sich vor einem gro\u00dfen Horizont steht, kann \u00fcber sich hinauswachsen. Der kann sich ausstrecken nach dem, was weit vor ihm liegt. Gott wird ihn mit offenen Armen erwarten. Sein Geist hilft unserer Schwachheit auf.<br>Amen.<br><br><strong>Gottes Segen w\u00fcnscht Ihnen Ihr Pastor Norbert Schwarz. Bleiben Sie beh\u00fctet!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWas mag Gott dazu bewegt haben, uns Menschen zu schaffen?\u201c \u2013 habe ich mal Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gefragt. Im Religionsunterricht. Zum Einstieg in das Thema \u201eSch\u00f6pfung\u201c. Zun\u00e4chst erntete ich verwunderte Blicke. 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