{"id":247,"date":"2020-05-28T22:56:30","date_gmt":"2020-05-28T20:56:30","guid":{"rendered":"http:\/\/kirche-eldingen.de\/?p=247"},"modified":"2021-02-07T17:40:32","modified_gmt":"2021-02-07T16:40:32","slug":"predigt-sonntag-exaudi-24-mai-2020","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kirche-eldingen.de\/?p=247","title":{"rendered":"Predigt, Christi Himmelfahrt, 21. Mai 2020"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Predigt von Pastor Norbert Schwarz<br>Christi Himmelfahrt, 21. Mai 2020, Predigttext: Apg 1,3-11<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"http:\/\/kirche-eldingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/2020-05-21-Himmelfahrtspredigt_N.Schwarz.mp3\"><\/audio><figcaption>Audiopredigt zu Apg 1,3-11 Christi Himmelfahrt 21. Mai 2020 von<br>Pastor Norbert Schwarz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"http:\/\/kirche-eldingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/2020-05-21-Predigt-Apg1-Himmelfahrt-f\u00fcr-zuhause_N.Schwarz.pdf\">Auch als PDF<\/a><a href=\"http:\/\/kirche-eldingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/2020-05-21-Predigt-Apg1-Himmelfahrt-f\u00fcr-zuhause_N.Schwarz.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Wochenspruch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Christus spricht: Wenn ich erh\u00f6ht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen (Joh 12,32).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Predigttext Apg 1,3-11 Christi Himmelfahrt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>3 Jesus zeigte sich den Aposteln nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und lie\u00df sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. 4 Und als er mit ihnen beim Mahl war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verhei\u00dfung des Vaters, die ihr \u2013 so sprach er \u2013 von mir geh\u00f6rt habt; 5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. 6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich f\u00fcr Israel? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es geb\u00fchrt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 8 aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Jud\u00e4a und Samarien und bis an das Ende der Erde. 9 Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei M\u00e4nner in wei\u00dfen Gew\u00e4ndern. 11 Die sagten: Ihr M\u00e4nner von Galil\u00e4a, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Predigt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch sehe was, was du nicht siehst!\u201c \u2013 ist ein Spiel f\u00fcr lange Autofahrten. Ein Frage \u2013 Antwort \u2013 Spiel. Kinder k\u00f6nnen sich daf\u00fcr begeistern. Sie fragen einem ein Loch in den Bauch. Sie wollen entdecken, was jemand anderes sieht und was doch dem eigenen Blick verborgen bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kindliche Neugier ist auch bei dem Lied im Spiel, das wir eben geh\u00f6rt haben: \u201eWei\u00dft du wie viel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt?\u201c Kein Mensch hat das jemals gesehen. Selbst mit Hilfe des modernsten Teleskops l\u00e4sst sich der Weltraum nicht durchmessen. Kein Mensch hat sie je gez\u00e4hlt. Wie viele Planeten und Sonnensysteme im Universum existieren, das \u00fcbersteigt unsere Vorstellungskraft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch wohnt in uns eine Sehnsucht nach Unendlichkeit. Daher die Faszination beim Blick zum Himmel. Die Fragen des Kinderliedes treiben uns dazu an, dass wir uns nach unendlichen R\u00e4umen ausstrecken.<\/p>\n\n\n\n<p>In allen Religionen ist der Blick in den Himmel verbunden mit der Frage nach Gott. Mit der Ahnung, dass es etwas unendlich Gro\u00dfes gibt. Ein Sch\u00f6pfer, der diese Welt geschaffen hat. Die Unendlichkeit entzieht sich jedoch unseren Blicken. \u201eIch sehe was, was du nicht siehst!\u201c \u2013 Angesichts der Weite des Universums w\u00fcrde dieses Spiel niemals enden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p>Der Himmelfahrtstag lenkt unseren Blick nach oben. Bei den J\u00fcngerinnen und J\u00fcngern hinterl\u00e4sst er allerdings eine Mischung aus Sehnsucht und Schmerz. Nach seiner Auferstehung war Jesus ihnen noch einmal nahegekommen. 40 Tage lang war er da. Zum Greifen nahe. Thomas durfte seinen Finger in seine Wundmale legen. Es war jedoch klar: Diese Gegenwart wird nicht von Dauer sein. An Christi Himmelfahrt ist die Stunde des Abschieds gekommen. Zwischen ihm und den Seinen. Jesus kehrt zur\u00fcck zu Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns Erdenbewohner ist der Himmel der Ort, der uns entzogen ist. Es ist der Raum, den wir niemals durchmessen k\u00f6nnen. Gewiss: Seit den Tagen Jesu ist einiges geschehen. Menschen haben den Himmel erobert. Seine Geheimnisse gel\u00fcftet. Wir bauen H\u00e4user, die bis in den Himmel ragen. Wir durchkreuzen den Himmel mit Flugzeugen, Raketen und Satelliten. Raumsonden n\u00e4hern sich den Grenzen unseres Sonnensystems. Aber sind wir ihm dadurch wirklich n\u00e4hergekommen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die englische Sprache hat zwei W\u00f6rter f\u00fcr \u201eHimmel\u201c. Den Himmel, den die Meteorologen auf ihren Wetterkarten verzeichnen, nennen die Engl\u00e4nder \u201esky\u201c. Daneben gibt es noch ein anderes Wort: \u201eheaven\u201c. \u201eHeaven\u201c ist mehr als das blaue Gew\u00f6lbe \u00fcber dem Horizont. \u201eHeaven\u201c ist ein Sehnsuchtsort. Ein Ort, der sich uns entzieht. Von uns aus k\u00f6nnen wir die Grenze zu ihm nicht \u00fcberschreiten. <\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich ist \u201eHeaven\u201c ein Ort, wo alles aufgehoben ist, was uns lieb und teuer ist. Vielleicht kennen Sie das Lied von Eric Clapton: \u201eWould you know my name, if I see you in heaven?\u201c Ein Gespr\u00e4ch mit seinem verstorbenen Sohn. So viel h\u00e4tte er ihm noch sagen wollen. Der Schmerz \u00fcber seinen Tod ist tief. Aber die Hoffnung, ihn einst im Himmel wiederzutreffen, gibt er nicht auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein Mensch, der uns am Herzen lag, gestorben ist, w\u00fcnschen wir uns, dass er einen Platz habe im Himmel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas steht ihr da und starrt in den Himmel?\u201c \u2013 rei\u00dft eine Stimme sie aus ihren Gedanken. Voller Wehmut blicken sie nach oben. Doch alles, was sie zu sehen bekommen, ist die unendlich blaue Weite. Keine Spur mehr von dem, der eben noch mit ihnen gesprochen hat. Jesus ist ihren Augen entschwunden. \u201eIhr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen. Der wird auf Euch kommen und ihr werdet meine Zeugen sein,\u201c hatte er sich von Ihnen verabschiedet.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus entzieht sie sich ihrem Blick \u2013 um Ihnen auf neue Weise nahe zu kommen. Dieser Zusammenhang springt uns heute mehr an den je. Wir leiden darunter, dass wir Abstand halten m\u00fcssen. Begegnungen und Ber\u00fchrungen mit Menschen, die uns am Herzen liegen, sind auf unbestimmte Zeit nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Himmelfahrtsgeschichte zeigt uns: Aus diesem Schmerz kann etwas Neues entstehen. Christus sagt: \u201eIhr, die Ihr mir jetzt nicht mehr nahe sein k\u00f6nnt, die Ihr mich nicht einmal mehr sehen k\u00f6nnt \u2013 Ihr werdet die Kraft meines Geistes empfangen. Ihr werdet f\u00fcr mich einstehen und ich werde mit Euch sein!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Versprechen macht etwas mit denen, die es h\u00f6ren. Es lenkt ihre Sehnsucht in eine andere Richtung. Anstatt auf den Horizont zu starren, h\u00f6ren sie in sich hinein. In ihr Inneres. Dort waren schon die Emmausj\u00fcnger gewahr geworden, dass Jesus sich zu ihnen gesellt: \u201eBrannte nicht unser Herz als er mit uns redete auf dem Weg?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In sein Herz hineinsp\u00fcren, es bereit machen \u2013 das ist die entscheidende Voraussetzung daf\u00fcr, dass Jesus ihnen jetzt nahekommt. Ihr Herz ist der Landeplatz f\u00fcr seinen Geist, das Tor, durch das Gott zur Welt kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p>Christi Himmelfahrt birgt eine revolution\u00e4re Erkenntnis in sich: Wer mit dem Herzen sieht, bekommt Gottes N\u00e4he zu fassen. Mitten in der Welt. Der wird gewahr: Der Himmel ist nicht einfach oben. Der Himmel kann uns nahekommen. Er kann in uns wohnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus selbst hat gezeigt, wie man mit dem Herzen sieht. Er lie\u00df seinen Blick nicht in die Ferne schweifen. Er lie\u00df sich anr\u00fchren von der Not, die ihn anblickte. Von Angesicht zu Angesicht. Im Glanz, der sich auf das Gesicht seines Gegen\u00fcbers legte, \u00fcbertrug sich sein Geist. Unter seinem tr\u00f6stenden Wort breitete sich der Himmel aus \u00fcber die Erde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*<\/p>\n\n\n\n<p>Sich in seinem Herzen ber\u00fchren lassen. Wer das tut, kann den Abstand \u00fcberwinden zwischen Himmel und Erde. \u201eIch sehe was, was du nicht siehst.\u201c \u2013 An Christi Himmelfahrt m\u00fcssten wir dieses Spiel neu erfinden: \u201eIch sehe den, den du auch siehst\u201c \u2013 Den Menschen Jesus. Obwohl mein Auge ihn nicht sehen kann, obwohl meine Hand ihn nicht ber\u00fchren kann, dennoch sp\u00fcre ich: Er ist nah. Er begleitet mich auf Schritt und Tritt. Jesus macht uns zu Menschen, die mit dem Herzen sehen k\u00f6nnen. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gottes Segen w\u00fcnscht Ihnen Ihr Pastor Norbert Schwarz. Bleiben Sie beh\u00fctet!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch sehe was, was du nicht siehst!\u201c \u2013 ist ein Spiel f\u00fcr lange Autofahrten. Ein Frage \u2013 Antwort \u2013 Spiel. Kinder k\u00f6nnen sich daf\u00fcr begeistern. Sie fragen einem ein Loch in den Bauch. 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